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ADAC Kindersitztest 2026: Warnung vor zahlreichen gefährlichen Kindersitzen

Kindersitze haben so ziemlich genau eine Aufgabe: Dein Kind bei einem Unfall vor Verletzungen oder dem Tod zu schützen. Schlimm allerdings, wenn sie so schlecht konstruiert sind, dass sie bei einem Crash von ihrer Basisstation oder der Unterkonstruktion fliegen. In diesem Fall besteht Lebensgefahr für dein Kind – und das ist bei den folgenden Kindersitzmodellen, vor denen der ADAC in einer Vorabmeldung zum Kindersitztest 2026 warnt, leider der Fall. 

Bereits beim Kindersitztest im Herbst 2025 warnten der ADAC und Stiftung Warentest vor zwei besonders gefährlichen Kindersitz-Modellen (➞ Warnung vor Chipolino Olympus, Reecle 360 und anderen Sitzen) – jetzt haben die Testinstitute ihre Warnung um zahlreiche weitere baugleiche und bauähnliche Kindersitz-Modelle (sog. White Label-Modelle) erweitert

Zusätzlich warnen der ADAC, ÖAMTC und Stiftung Warentest vor der Verwendung der Babyschale Kinderkraft Mink Pro 2 in Kombination mit der Basisstation Mink FX2, zu diesem Thema habe ich hier einen separaten Artikel veröffentlicht: ➞ ADAC Warnung zur Mink Pro 2 von Kinderkraft

Ich hatte schon in meinem Blogartikel aus dem Oktober einige Kindersitze recherchiert, die unter der selben Zulassungsnummer wie der Reecle 360 auf dem Markt erhältlich waren, und diese auch an die Testinstitute übermittelt. Umso erfreulicher ist es, dass diese und weitere Autokindersitze mittlerweile ebenso überprüft wurden. Weniger erfreulich indes ist, dass die getesteten Modelle dein Kind bei einem Unfall nicht schützen können. Deshalb: Unbedingt Finger weg von ungeprüften Schrott-Kindersitzen!

ADAC-Kindersitztest 2026 - Warnung vor 8 Kindersitzen

🗒️Liste: Diese Kindersitz-Modelle sind lebensgefährlich

ADAC und Stiftung Warentest warnen in einer Vorab-Meldung zum ADAC-Kindersitztest 2026 (Veröffentlichung Ende Mai 2026) vor folgenden Kindersitzen, die – bis auf den Chipolino-Kindersitz (E57 030047) – alle unter der Zulassungsnummer E8 0313715 auf dem Markt erhältlich sind:

  • Buf Boof Tweety Plus, meiner Recherche nach auch unter dem Namen Tweety Plus DELUXE iSize erhältlich
  • Chipolino Olympus i-Size, bereits 2025 getestet
  • Ding Aiden 360
  • Kidiz 360, meiner Recherche nach auch verkauft unter dem Namen KIDIZ® Kindersitz
  • Kids Zone i-Size 360
  • Lettas i-Size 360, meiner Recherche nach auch zu finden unter den Namen Lettas i-Size 360° und Lettas Miophy 946i
  • Miophy i-Size 360
  • Reecle 360, bereits 2025 getestet
  • Xomax 946i

Im Zusammenhang mit meinen Recherchen habe ich zudem diese beiden Kindersitze mit der identischen Zulassungsnummer gefunden: 

  • Tweety Plus DELUXE iSize (mutmaßlich bereits unter den getesteten Sitzen unter der Modellbezeichnung „Buf Boof Tweety Plus“) 
  • TWT i-Size

Die selbe Zulassungsnummer bedeutet nicht, dass diese Kindersitze komplett identisch und baugleich sind, sie können sich leicht unterscheiden. Vorsorglich rate ich aber auch bei diesen Sitzen von einem Kauf ab und empfehle dir, grundsätzlich nur Kindersitze zu kaufen, die beim ADAC-Kindersitztest gut getestet wurden und/oder – das gilt für Reboarder – den ➞ schwedischen Plustest bestanden haben.

Fotos aus dem ADAC-Crashtest, Kindersitztest 2026

Auf den Fotos aus dem ADAC-Crashtest 2026 (© Stiftung Warentest) kannst du sehen, dass die geprüften Kindersitze beim Frontalcrashtest mit dem Q3-Dummy kläglich versagen. 

Lebensgefährlicher Kindersitz im Kindersitztest 2026. Ding Aiden hält nicht auf der Basisstation
Verhalten des Kindersitzes Ding Aiden im Frontalcrashtest mit Q3-Dummy © Stiftung Warentest
Lebensgefährlicher Kindersitz im ADAC Kindersitztest 2026. Ding Aiden hält nicht auf der Basisstation
Ding Aiden im Frontalcrashtest mit Q3-Dummy, Sitz und Puppe werden durch das Fahrzeug geschleudert © Stiftung Warentest
Lebensgefährlicher Kindersitz im Kindersitztest von Stiftung Warentest 2026. Ding Aiden hält nicht auf der Basisstation
Bei Verwendung der überprüften Kindersitze (hier: Ding Aiden) besteht Lebensgefahr für das Kind, Bild aus dem Frontalcrashtest des ADAC © Stiftung Warentest

Warum sind diese Kindersitze so gefährlich?

Beim Kindersitztest im Oktober 2025 löste sich der Reecle 360 – rückwärts eingebaut – von seiner Basis, Kindersitz und Dummy (Q3, vergleichbar mit einem 3-jährigen Kind) wurden durch das Auto geschleudert. Dies passierte nun auch bei einem der weiteren getesteten Modelle. Bei den weiteren 6 baugleichen oder bauähnlichen Kindersitzen blieb der Sitz zwar auf der Base, allerdings lösten oder verbogen sich die Haken der Basisstation. Und das bedeutet Lebensgefahr bei einem Unfall

Auf den Fotos aus dem ADAC-Crashtest vom letzten Jahr kannst du dir das auch noch einmal genauer ansehen: 

Fotos aus dem ADAC-Crashtest, Kindersitztest 2025

Reecle fliegt durch die ADAC Teststrecke
Der Reecle 360 versagt beim Kindersitztest 2025 © ADAC/Test und Technik.
Warnung Kindersitz Chipolino Olympus fliegt von der Base Kindersitztest
Der Chipolino Olympus löst sich von seiner Basis und fliegt durch die ADAC-Halle. © ADAC/Test und Technik.

Videos vom ÖAMTC und Stiftung Warentest mit Erklärungen zur Warnung

Neben dem ADAC warnte im Herbst 2025 auch das österreichische Partner-Institut ÖAMTC vor den getesteten Sitzen. Der Technik-Experte Steffan Kerbl erklärt im Video sehr aufschlussreich, was beim Crashtest passiert ist.

Außerdem kannst du dir den Frontalaufprall-Test auch noch einmal im Video ansehen – stell dir nur besser nicht vor, in den Sitzen würde ein Kind sitzen. 

Etwas kürzer und auf dramaturgisch hohem Niveau warnte auch die Stiftung Warentest im YouTube-Short. Andere Zielgruppe, anderer Tonfall, möchte man fast sagen: 

ADAC O-Töne zur Kindersitz-Warnung

Du magst dir das alles gar nicht ansehen? Verständlich! Auch an dich haben die Testinstitute gedacht und im Rahmen des letzten Kindersitztests eine Audio-Datei zur Verfügung gestellt.  In den O-Tönen beantwortet Fabian Faehrmann, Presse-Sprecher des ADAC, alle Fragen zur Warnung: 

  1. Was ist beim Kindersitztest genau passiert?
  2. Welche Gefahren drohen Kindern bei einem Unfall?
  3. Was rät der ADAC Eltern, die einen der Kindersitze gekauft haben?

Das kannst du tun, wenn dein Sitz von der Warnung betroffen ist

Du besitzt einen der Kindersitze, vor denen die Testinstitute warnen? ADAC und Stiftung Warentest haben alle Hersteller kontaktiert und um eine Stellungnahme gebeten. Leider haben sich einige Anbieter nicht gemeldet oder nicht (angemessen) reagiert. Im Folgenden kannst du nachlesen, ob du dir Hilfe oder eine Erstattung des Sitzes oder des Kaufpreises erwarten kannst: 

  • Buf Boof: Die Marke hat den Sitz zum 31.03.2026 aus dem Sortiment genommen, ein Rückruf findet nicht statt. 
  • Ding: Keine Reaktion bis zum Tag der Veröffentlichung der Warnung
  • Kidiz 360: Keine Reaktion bis zum Tag der Veröffentlichung der Warnung
  • Kids Zone i-Size 360: Der Anbieter teilte mit, es gebe keinen Rückruf, da der Sitz eine Zulassung hat. Kundinnen und Kunden können sich bei Rückfragen an kids­zone@wp.pl wenden. 
  • Lettas i-Size 360 gibt an, dass alle Modelle, die seit Januar 2026 produziert wurden, verstärkt wurden. Es ist kein Rückruf vorgesehen, Kundinnen und Kunden können sich bei Rückfragen per E-Mail an mono­shopeu@hotmail.com wenden. 
  • Miophy i-Size 360: Die Kontaktperson teilte mit, keine Fragen beantworten zu können, Kundinnen und Kunden könnten sich an das Geschäft wenden, bei dem sie den Sitz gekauft haben. 
  • Xomax 946i: Keine Reaktion bis zum Tag der Veröffentlichung der Warnung
Das sind leider nicht die Reaktionen, die besorgte Eltern nach so einem verheerenden Testergebnis erwarten können sollten. 

Warum dürfen gefährliche Kindersitze weiter verkauft werden?

Wahrscheinlich hast du dich gefragt, warum diese Kindersitze trotz der schlechten Ergebnisse im Kindersitztest weiterhin verkauft werden dürfen. Die Frage ist berechtigt und wichtig, tatsächlich ist es leider so, dass alle diese Kindersitze den offiziellen Zulassungstest bestanden haben und deshalb als „sicher genug“ gelten. Ein Rückruf erfolgt im Zweifelsfall nur auf öffentlichen Druck oder – wie wir hier sehen – meistens gar nicht. 

Mehr zu diesem Thema kannst du beispielsweise in meinem Blogartikel hier nachlesen: ➞ Warum das Zulassungsetikett kein Qualitätssiegel ist. 

Wie kommt es, dass so viele bauähnliche Kindersitzmodelle auf dem Markt sind?

Warum sind überhaupt so viele ähnliche Kindersitzmodelle erhältlich? Wie so oft geht es hier um Kostenminimierung. Die oben genannten Anbieter haben – bis auf Lettas – lediglich ein Basismodell (Kindersitz ZA10 bzw. 946i) gekauft und verkaufen dieses Modell wiederum unter ihrer eigenen Marke. Solche Produkte, die von einem Hersteller produziert und von anderen Anbietern als scheinbar selbst produziertes Eigenprodukt verkauft werden, werden auch White Label-Produkte genannt. 

Laut Recherche von Stiftung Warentest ist der ursprüngliche Hersteller des Kindersitzmodells die chinesische Firma Yangzhou Lettas Baby Product. Diese wiederum vergibt das Basis-Modell bzw. die Lizenz dafür an zahlreiche andere Unternehmen, die sich so die Entwicklungskosten der Kindersitze sparen. 

Manchmal werden solche Kindersitze noch etwas angepasst (z. B. andere Stoffe und Sitzverkleinerer, abweichende kleinere Elemente), oft werden sie aber schlicht so verkauft wie sie sind bzw. nur noch mit dem eigenen Markennamen gebrandet. Fällt einer der Sitze mit identischer Zulassungsnummer durch den Kindersitztest, ist es deshalb sehr wahrscheinlich, dass alle anderen unter dieser Nummer zugelassenen Kindersitze ähnlich gefährlich sind. 

Deshalb mein Tipp: Kaufe nicht blind irgendeinen Kindersitz, sondern achte beim Kauf darauf, dass der Sitz zu deinem Kind passt und vom ADAC oder dem VTI getestet wurde. Mehr zu einer guten Kindersitzberatung kannst du hier nachlesen: ➞ Deshalb ist eine Kindersitzberatung so wichtig. 

Du suchst einen sicheren Kindersitz für dein Kind? Schau dich gerne bei mir um! Ich zeige dir meine Favoriten und Lieblingskindersitze – und die haben alle entweder den schwedischen Plustest bestanden oder ihr Können bereits beim ADAC-Kindersitztest unter Beweis gestellt und manche davon sogar beides: 

Kerstin, Gründerin von Sitzkitz

Hi, ich bin Kerstin, Mama von 7 Kindern und Spezialistin für Kindersitze.

Seit mehr als 15 Jahren beschäftige ich mich privat und auch beruflich mit Kindersitzen. In den letzten Jahren erleben wir eine paradoxe Situation: Kindersitze können immer sicherer konstruiert werden und werden das auch - zeitgleich wird die Auswahl allerdings immer schwieriger, denn neben den unterschiedlichen Passformen, die moderne Autokindersitze bieten, mischt sich unter die sicheren Sitze auch eine große Anzahl an lebensgefährlichen Modellen.

Damit du nicht so ein Modell erwischst, findest du bei mir nicht nur Empfehlungen für sichere Kindersitze, sondern auch Warnungen vor schlechten Modellen.

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